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Donnerstag
Nachdem das Wohnmobil bereits am Vortag
abgeholt und beladen wurde, konnten wir unser Ziel -die Eifel- bereits
am frühen Morgen unter die Räder nehmen. Die Eintrittskarten
für´s Rennwochenende waren bereits in unseren Händen und
wir waren zuversichtlich auf dem Campingplatz "Mühlenbach" noch ein
Plätzchen für unser Wohnmobil ergattern zu können. Die Anreise
vom Edersee zum Nürburgring führte von Marburg über Gießen,
Wetzlar, Weilburg und Limburg zur A3. Nun ging es über den Eltzer-Berg
vorbei an Montabaur bis zum Dernbacher Dreieck um dann einige Kilometer
hinter Koblenz unser Ziel über bergige Landstraßen endgültig
anzusteuern.
Wir erreichten den Campingplatz "Mühlenbach" am frühen Nachmittag.
Doch da wir nicht die Einzigen waren, die diesen Platz zu diesem Zeitpunkt
ansteuerten, dauete es noch einige Stunden, bis wir unseren endgültigen
Standort für dieses Wochenende erreicht hatten.
Bleibt nur noch zu erwähnen,
daß die Getränkeausgabe in den bewährten Händen von
Peter J. lag,
der diese unter das Motto "Wenn´s elfe lut´, wird
ingeschutt´" gestellt hatte.
Das war am Morgen ja ganz angenehm...
... konnte aber am Abend fatale Folgen haben! :-))
Freitag
Die Dunlop-Kehre
ist eine der spektakulärsten Stellen des Kurses. Von der Ford-Kurve
kommend, nähern sich die Fahrzeuge der Kehre mit ca. 280 km/h. Dann
wird so spät wie möglich auf etwa 100 km/h heruntergebremst. In
der Kurve wirkt dann eine Querbeschleunigung von annähernd 2,6 G auf
die Fahrer. Im Ausgang der Kehre muß dann der Fahrer den günstigsten
Punkt finden, um so schnell wie möglich wieder bergauf in Richtung
Audi-S beschleunigen zu können.
Am Ende des
Tages kam es zu folgenden Platzierungen:
Am Abend hatten wir zwar noch
nicht so großen Anlaß zum Feiern und zum "Strahlen"...
... und unser Nachbar ließ
sich einen "Spezialdrink" verpassen ...
... aber wir waren uns sicher,
daß SCHUMI und die Scuderia die Katze noch nicht aus dem Sack gelassen
hatten.
Samstag
Zunächst schlug die
Turmuhr "Elf" und getreu nach Peter´s Motto "Wenn´s elfe lutt´,
...
...und Petra war unterdessen
noch skeptisch ob es mit Schumi´s Pole heute klappen würde ...
Das Qualifying
Gegen Anfang des 4. freien
Trainings erreichen wir unsere Plätze in der Dunlop-Kehre. Leider müssen
wir feststellen, daß Michael Schumacher aufgrund von Hydraulikproblemen
nicht teilnehmen kann. Zum Trost kann aber Ralf Schumacher, dem wir selbstverständlich
ebenfalls fest die Daumen drücken, an seine guten Leistungen vom Vortag
anschließen und vor Juan-Pablo Montoya, Rubens Barrichello und den
beiden McLaren-Mercedes die beste Rundenzeit erzielen.
Dann ist es endlich 13.00 Uhr
und das Qualifying beginnt!
Wie auf allen anderen Rennstrecken der Welt ebenfalls üblich, kommen
zunächst die Teams auf die Strecke (Prost, Minardi), die bei der Entscheidung
um die besten Startplätze wahrscheinlich keine große Rolle spielen
werden.
Trotzdem werden alle Fahrer von den Zuschauern der Tribünen in der
Dunlop-Kehre mit Laola-Wellen, Leuchtkugeln und Heulern angefeuert.
Natürlich ist der Jubel besonders groß, wenn ein deutscher
Fahrer durch die Kehre "driftet"...
Schon früh zeichnet sich ab, daß Ferrari und BMW - Williams
die Angelegenheit unter sich ausmachen werden und so kommt das Ergebnis der
Startaufsttellung für das Rennen am Sonntag aus unserer Sicht nicht
besonders überraschend zu Stande:
Sonntag
Der Sonntag auf dem Campingplatz
"Mühlenbach" beginnt genau so friedlich wie die bereits vergangenen
Renntage,
aber wir hatten bereits eine Vorahnung WER heute das Rennen machen
würde...
Die vertraute "11.00 Uhr -
Morgenzeremonie" erfolgt heute schon weitaus früher... :-))
... und dann machten wir uns
auf den Weg, um unsere Plätze auf der T9 in der Dunlopkehre zu beziehen.
Ein kleiner Zwischenstop zur
Stärkung musste noch sein...
... und dann ging´s, gemeinsam
mit vielen tausend "Schumi-Fans", zielstrebig den Berg hinunter zur Kehre.
Auf dem Weg zur Tribüne können wir schon das Gebrüll der
Formel 1-Boliden hören, die seit 9.30 Uhr ihre Runden beim Warm up
drehen. Nach dem Porsche Pirelli Supercup und der Fahrerparade warten wir
auf der prall gefüllten Tribüne bei strahlendem Sonnenschein auf
den Beginn des Rennens.
Um 13.30 Uhr ist es dann soweit!
Die Piloten kommen mit ihren Fahrzeugen bei uns vorbeigefahren um letzte
Funktionstests durchzuführen und dann ggf. Aufstellung in der Startformation
zu nehmen.
Dann passiert plötzlich etwas, was uns fast das Blut in den Adern
gefrieren lässt: "Unser" Schumi kommt mit dem Ferrari in die Dunlop-Kehre
gefahren als plötzlich der Motor abstirbt!!!
Direkt vor unseren Augen stellt er seinen Boliden ab und steigt aus! Wir
sind erst verwundert und dann entsetzt!
War´s das schon für unseren Favoriten??
Plötzlich greift sich Michael Schumacher einen in der Kehre abgestellten
BMW Motorroller und düst in Richtung Boxengasse ab. Nach kurzer Zeit
macht sich aber wieder Erleichterung bei uns breit, als Schumi mit seinem
Einsatzauto noch rechtzeitig aus der Boxengasse ausfährt und in der
Startaufstellung seine Pole-Position einnimmt.
Nach der Einführungsrunde
geht es endlich los!
Michael gewinnt den Start vor seinem Bruder Ralf und setzt sich in den
ersten Runden sofort etwas von ihm ab. Ab etwa der 10.Runde gelingt es Ralf
den Abstand auf seinen Bruder Stück für Stück zu verringern
und es entwickelt sich ein Bruderduell, welches die Fan´s auf den Tribünen
der Dunlop-Kehre bei jeder Durchfahrt von den Sitzen reisst.
Leider bringt Ralf ein dummer
Fehler, das Überfahren der Linie der Boxenausfahrt, um alle Siegchancen.
Neben Olivier Panis (BAR-Honda) und Jean Alesi (Prost-Acer) steigt leider
auch Heinz-Harald Frentzen mit seinem Jordan-Honda direkt vor unseren
Augen mit einem Dreher aus dem Rennen aus.
Der restliche Verlauf der Rennens
ist schnell erzählt:
Michael Schumacher lässt es richtig fliegen! Keiner vermag ihm den
Sieg streitig zu machen und so gewinnt er locker den Großen Preis von
Europa 2001 auf dem Nürburgring vor Juan-Pablo Montoya und David Couthard.
1. Michael Schumacher
1h29:42.724
2. Juan-Pablo Montoya + 0:04.217
3. David Coulthard + 0:24.993
4. Ralf Schumacher + 0:33.345
Bleibt noch eine Besonderheit zu erwähnen:
Vor Beginn des Rennens hatten wir noch "hohen Besuch" auf unserer Tribüne...
:-))
Am Abend nach dem Rennen nutzten
wir die Gelegenheit für einen Rundgang am leeren Nürburgring.
Entang der leeren Tribünen der Start- und Zielgeraden kamen wir noch
an einigen Motorhomes vorbei und bekamen dort das eine oder andere Interessante
hautnah zu sehen.
Wir waren froh, daß wir
noch eine Nacht auf dem Campingplatz in unserem Wohnmobil verbringen konnten
und nicht - so wie zahlreiche der 142 000 F1-Fans des Renntages - in langen
Staus direkt nach dem Rennen nachhause fahren mussten...
Wenn Ihnen der Bericht gefallen
hat, dann lesen Sie auch bitte noch die anderen Storys über
unsere "Expeditionen" zum
GP nach IMOLA 1998
und nach MONZA 1999!